Imagefilm-Aktualität: Wie lange trägt dein Film?

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Die Imagefilm-Aktualität hängt nicht am Alter, sondern an dem, was sich seit dem Dreh verändert hat. Als Faustregel halten Firmenfilme zwei bis vier Jahre. Ein Film von 2021 kann heute noch tragen, wenn Team, Räume und Ausrichtung stabil geblieben sind — und einer von letztem Jahr kann schon unbrauchbar sein, wenn der Geschäftsführer darin inzwischen im Ruhestand ist.

Übrigens: Selbst der beste Film wirkt nur, wenn er richtig eingesetzt wird. Wie du deinen fertigen Film an den richtigen Stellen ausspielst, zeigt dir der Beitrag Firmenvideo-Vermarktung: Der Film ist fertig – und jetzt?.

Die brauchbarere Frage ist deshalb nicht „wie alt ist der Film“, sondern: Zeigt er noch den Betrieb, den ein Interessent heute vorfindet?

Imagefilm-Aktualität: die fünf Auslöser, an denen es wirklich hängt

Imagefilm-Aktualität: fünf Auslöser, die einen Firmenfilm veralten lassen – Personen, Räume, Ausrichtung, Format, Bildsprache.

Zwei davon möchte ich erklären, weil sie am häufigsten unterschätzt werden.

Menschen im Bild, die nicht mehr da sind. Das ist der schnellste Killer. Wenn der Meister, der im Film über seine 22 Jahre im Betrieb spricht, seit einem Jahr in Rente ist, merkt das jeder Bewerber, der zum Vorstellungsgespräch kommt — und jeder Kunde, der schon einmal da war. Bei einem einzelnen Gesicht lässt sich das oft wegschneiden. Bei drei von vier nicht mehr.

Das Format. Filme, die vor 2020 entstanden sind, wurden fast immer für den Desktop gebaut: breite Totalen, kleine Schrift, lange Einstellungen. Auf dem Handy zerfällt das. Und der größte Teil deiner Zuschauer sitzt heute am Handy — bei Bewerbern praktisch alle.

Was nach Alter aussieht, aber keins ist

Manches wirkt veraltet, obwohl der Inhalt stimmt. Das sind fast immer Oberflächenprobleme:

  • Eingeblendete Grafiken und Schriften, die aus der Mode sind. Fällt sofort auf, ist aber der billigste Teil zu ersetzen.
  • Musik, die nach der Zeit klingt, in der sie ausgesucht wurde.
  • Farbstimmung. Der stark entsättigte Look, der um 2018 überall war, wirkt heute müde.
  • Länge. Vier Minuten waren früher normal. Heute steigen die meisten nach neunzig Sekunden aus.

Das Gute daran: Für keinen dieser Punkte brauchst du einen neuen Dreh.

Was sich ohne neuen Dreh retten lässt

Imagefilm-Aktualität ohne neuen Dreh retten: kürzen, Hochkant-Fassungen, Grafiken tauschen, neu vertonen, Farbe angleichen, Untertitel.

Bevor du einen kompletten Film neu machen lässt, lohnt fast immer die Frage, was aus dem vorhandenen Material noch herauszuholen ist. In den meisten Fällen liegt auf der Festplatte deutlich mehr, als im fertigen Film gelandet ist.

Typischerweise kostet ein solcher Umbau einen Bruchteil einer Neuproduktion — Kürzen und Neufassen liegt bei mir bei 490 Euro, eine Hochkant-Version bei 390 Euro pro Clip, ein kompletter Schnitttag bei 890 Euro. Zum Vergleich: Ein neuer Imagefilm startet bei 3.900 Euro.

Das ist kein Trick, um dir etwas Kleineres zu verkaufen. Es ist schlicht die Reihenfolge, in der man das angehen sollte.

Wann sich das Retten nicht mehr lohnt

Es gibt einen Punkt, an dem Nachbessern teurer wird als neu machen.

Wenn das Rohmaterial fehlt. Viele Dienstleister löschen nach ein bis zwei Jahren. Ohne Rohmaterial kannst du nur mit dem fertigen Film arbeiten, und der lässt sich fast nur kürzen.

Wenn die Bildqualität nicht mehr reicht. Material, das in 1080p gedreht wurde, lässt sich nicht sinnvoll auf 4K bringen. Für die meisten Anwendungen reicht 1080p zwar weiterhin — für Hochkant-Zuschnitte aber nicht, weil dabei ein Ausschnitt vergrößert wird.

Wenn die Aussage nicht mehr stimmt. Wenn der Film erzählt, ihr seid ein Familienbetrieb mit zwanzig Leuten, und ihr seid inzwischen sechzig mit einem Investor im Rücken, dann ist das kein Schnittproblem.

Wenn die halbe Belegschaft ausgetauscht ist. Ein Film ohne bekannte Gesichter wirkt auf die eigene Mannschaft wie ein Fremdkörper — und intern ist ein Firmenfilm oft genauso wichtig wie extern.

Der praktische Test

Nimm dir fünf Minuten und schau dir deinen Film auf dem Handy an. Nicht am großen Monitor, wo du ihn damals abgenommen hast.

Dann drei Fragen: Erkenne ich die Leute, die heute hier arbeiten? Sieht der Betrieb so aus wie heute? Würde ich das jemandem schicken, der mich gerade zum ersten Mal angefragt hat?

Bei zweimal Nein lohnt ein Gespräch. Bei dreimal Nein ist der Film abgelaufen.

Dein nächster Schritt (kostet dich nichts)

Unsicher, ob dein Film noch trägt? Schick ihn mir oder lass uns 15 Minuten sprechen. Ich sage dir ehrlich, ob sich ein Umbau lohnt, ein neuer Dreh — oder ob er noch eine Weile so bleiben kann.

Häufige Fragen

Wie lange ist ein Imagefilm aktuell?

Als Faustregel zwei bis vier Jahre. Entscheidend ist aber nicht das Alter, sondern ob sich Team, Räume und Ausrichtung verändert haben. Ein Film bleibt so lange brauchbar, wie er den Betrieb zeigt, den ein Interessent heute tatsächlich vorfindet.

Woran erkenne ich, dass mein Firmenvideo veraltet ist?

An fünf Dingen: Menschen im Bild, die nicht mehr im Betrieb sind, sichtbar veränderte Räume oder Maschinen, eine Ausrichtung oder ein Angebot, das so nicht mehr stimmt, ein Format, das auf dem Handy nicht funktioniert, und eine Bildsprache oder Musik, die deutlich nach ihrer Entstehungszeit klingt.

Kann man einen alten Imagefilm überarbeiten statt neu zu drehen?

Oft ja. Kürzen, neu vertonen, Grafiken und Schriften austauschen, Hochkant-Versionen für Social Media erstellen — all das geht aus vorhandenem Material. Voraussetzung ist, dass das Rohmaterial noch existiert und die Bildqualität ausreicht.

Was kostet die Überarbeitung eines bestehenden Films?

Deutlich weniger als eine Neuproduktion. Kürzen oder Neufassen eines bestehenden Films kostet 490 Euro, eine Hochkant-Version 390 Euro pro Clip, ein kompletter Schnitttag 890 Euro. Ein neuer Imagefilm beginnt dagegen bei 3.900 Euro. Alle Preise netto.

Wie lange sollte ein Imagefilm heute sein?

Für die Website zwei bis zweieinhalb Minuten, für Social Media deutlich kürzer. Filme über drei Minuten werden selten zu Ende geschaut. Sinnvoll ist eine Hauptfassung plus Kurzfassungen für Anzeigen, Messe und Social Media.

Wie lange wird das Rohmaterial aufbewahrt?

Das ist von Anbieter zu Anbieter verschieden und sollte im Vertrag stehen. Viele löschen nach ein bis zwei Jahren. Wer die Möglichkeit offenhalten will, den Film später umzuschneiden, sollte das vor dem Dreh klären.

Passend dazu: Wie ihr komplexe Technik im Film verständlich macht, zeigt der Beitrag Erklärungsbedürftige Produkte im Video verständlich machen.

Ein Sonderfall der Aktualität ist die Betriebsnachfolge: Wann ein Film gedreht werden sollte und ob der Senior mit ins Bild gehört, entscheidet oft über Jahre.

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