Die häufigste Frage, die mir Fertigungsbetriebe stellen, hat nichts mit dem Preis zu tun. Sie lautet: „Und was ist, wenn da etwas zu sehen ist, das keiner sehen darf?“
Berechtigte Frage. In einer Werkzeugbau-Halle steht Wissen herum, das über Jahre entstanden ist. In der Zulieferfertigung liegen Teile auf der Palette, die einem Kunden gehören, der von Öffentlichkeit gar nichts hält. Und in der Medizintechnik oder bei wehrtechnischen Zulieferern gibt es Bereiche, die niemand betritt, der nicht vorher unterschrieben hat.
Die gute Nachricht: Das ist alles lösbar. Man muss es nur vor dem Drehtag klären und nicht danach.
Die vier Dinge, die tatsächlich zum Problem werden
Worauf es dabei ankommt, zeigt die Grafik: vier Bereiche, in denen aus einem harmlosen Firmenvideo schnell ein Problem mit Betriebsgeheimnissen wird.
Was du vor dem Drehtag klären solltest
Der Aufwand dafür liegt bei einer halben Stunde. Er entscheidet aber darüber, ob du hinterher entspannt oder nervös auf den Schnitt schaust.
Was konkret auf diese Liste gehört, siehst du in der Checkliste oben – wir gehen sie vor dem Drehtag gemeinsam durch, damit im fertigen Firmenvideo nichts Vertrauliches landet.
Wie ich damit umgehe
Wie ich mit diesen Betriebsgeheimnissen umgehe, zeigen die drei Zusagen in der Grafik. Ein Beispiel dazu: Für einen Maschinenbauer habe ich einen kompletten Fertigungsprozess gefilmt, den ich bis heute nicht zeigen darf – das ist in dieser Branche völlig normal.
Der häufigste Irrtum
Viele Betriebe schließen aus all dem: Dann machen wir lieber gar kein Video.
Das ist die teuerste Schlussfolgerung von allen. Denn was du zeigen darfst, reicht fast immer aus. Dein Wettbewerbsvorteil steckt selten in dem einen Verfahren, das geheim bleiben muss – er steckt in der Sorgfalt, der Erfahrung deiner Leute, der Ausstattung, den kurzen Wegen. Das alles darfst du zeigen, und genau das sieht man im Video sofort.
Der Kunde, der bei dir anfragt, will keine Betriebsanleitung. Er will sehen, dass du weißt, was du tust.
So kann das aussehen – ohne dass ein einziges Geheimnis das Werksgelände verlässt.
1:54Kurz zusammengefasst
Klär vor dem Drehtag, was tabu ist, statt hinterher zu löschen. Denk an Bildschirme, Papier und fremde Teile. Frag deine Mitarbeiter schriftlich. Lass dir Freigabe und Umgang mit dem Rohmaterial schriftlich zusagen.
Und dann dreh den Film. Die Betriebe, die in fünf Jahren noch Anfragen bekommen, sind nicht die mit den besten Geheimnissen. Es sind die, die man findet.
Dieser Artikel gibt meine Erfahrung aus der Praxis wieder und ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Vertrags- oder Datenschutzfragen frag bitte deinen Anwalt oder Datenschutzbeauftragten.
Mehr zum Video für Maschinenbau und Fertigung
Häufige Fragen
Was darf ich in einem Firmenvideo besser nicht zeigen?
Was sollte ich vor dem Drehtag klären?
Unterschreibst du eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)?
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Die andere Seite derselben Medaille – was ihr stattdessen zeigt: Video für Lohnfertiger.
2 Kommentare zu „Betriebsgeheimnisse im Video: Was du zeigen darfst – und was besser nicht“
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